Donnerstag, 11. Oktober 2012
Erstaunlich
Freitag, 30. März 2012
Steirischer Wein 2011 im Museumsquartier am 29.3.
Fünfundsechzig Weinbaubetriebe aus der Steiermark drängten sich im Museumsquartier Tisch an Tisch. Die Möglichkeiten mit einzelnen Produzenten ins Gespräch zu kommen sind gering. Es fehlt an Platz und auch der Geräuschpegel ist dabei nicht unterstützend. Da es offensichtlich auch keine Beschränkung gibt, wieviele unterschiedliche Weine präsentiert werden dürfen, ist die Auswahl einigermaßen unübersichtlich. Dazu kommen bei einzelnen Winzerinnen und Winzer noch Faßproben oder erst kürzlich abgefüllte Weine zur Verkostung. Es sind viele Weinproduzenten hier, aber es fehen auch viele. Und man kann es verstehen, angesichts einer anonymen Masse an Kostern. Komischerweise merkte ich auch sehr stark, dass der steirische Wein nicht nur an seine unvergleichliche Gegend erinnert, sondern unmittelbar mit ihr verbunden ist. Wenn jeder Schluck am Gaumen ein Stück Landschaft im Kopf ist, so wird auch die Unterscheidung der einzelnen Sorten (und an denen mangelt es hier nicht) ungleich kompliziert. Eine Weinplattform im Internet (www.avino.at) lud zur Blindverkostung ein. Drei verdeckte Proben von drei Produzenten galt es zu erkosten. Ich kann mir schwerlich vorstellen, sehr erfolgreich gewesen zu sein, da ich eigentlich nur eine einzige Weinrebe bei allen drei Proben vermutete. Aber es bestärkte mich, dass sich der Charakter der steirischen Weine momentan stark an einen, nennen wir es mal, „Konsensgeschmack“ anlehnt.
Man würden manchen Weinen einen stärkeren Charakter wünschen. Die Säure dürfte im 11er Jahrgang einigen Winzern Probleme gemacht haben, viele Weine haben hohe Alkoholgrade. Selbstverständlich gibt es wunderbare Sauvignon Blancs und auch die Rheinrieslinge sind fruchtig und bestens ausgereift, nicht zu vergessen der Gelbe Muskateller, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut und eine echte Alternative zu einem herkömmlichen Aperitiv ist. Vermutlich waren jetzt schon viele Landessieger (Verleihung 31.5.) diesmal dabei, auf eine wirkliche Entdeckung bin ich allerdings nicht gestossen. Neben den mir bereits bekannten Winzerinnen und Winzer (Schauer, Wohlmuth, Krispel, Gründl, Schneeberger, Silberberg, Pichler-Schober) entdeckt ich diesmal das Weingut Stelzl-Hirritschberg (www.weingut-stelzl.com) aus Leutschach.
Freitag, 2. März 2012
Weinviertel DAC in der Hofburg am 1.3.
Während viele Verkostungsbesucher von Ausstellern eingeladen werden, bezahle ich meinen Eintrittspreis selber, dafür bin ich dann keinem Winzer verpflichtet. Diesmal waren die Weingüter in den Festräumen der Hofburg alphabetisch angeordnet. So kann man zwar beliebte Winzer direkt ansteuern, aber eine Verkostung nach Region ist eigentlich nicht möglich. Dabei wäre genau das ein interessantes Erlebnis, wie schmeckt der Grüne Veltliner in den unterschiedlichen Lagen.
Die Gegend um Röschitz hat tatsächlich einige perfekte Ergebnisse vorzuweisen. Allen voran das Weingut Ewald Gruber (www.gruberwein.at): sowohl der DAC Klassik als auch die Lagenweine sind ausnahmslos zu loben. Wenn manche Weingüter aus marketingtechnischen Gründen sich zu „Premium-Weingüter“ zusammenschließen, dann ist man zunächst erstaunt, wie es zu dieser Auswahl kommt. Aber eine kleine Recherche ergibt: keine Auswahl durch eine Jury, sondern nur der Beitritt zu einem selbsternannten Club macht den Unterschied. Und so ist der Probeschluck immer noch der beste Indikator seine persönlichen Premium-Weingüter zu finden.
Auch wenn Retz oder Obermarkersdorf nicht allzuweit von Röschitz entfernt liegen, die Unterschiede am Gaumen sind zu registrieren. Das Weingut Erik Puhr (www.weingutpuhr.at) überzeugte mich einmal mehr am meisten. Hier schmeckt man noch die junge Kraft des Weines von 2011, und keine Gefälligkeiten werden vorgegaukelt, Klarheit und Reinheit pu(h)r.
Dass das äußere Erscheinungsbild am Markt immer wichtiger wird, hat sich unerwarteter Weise an diesem Nachmittag gezeigt. Das Weingut Phillip Zull (www.zull.at) präsentiert seine neue Linie: Luft, Erde, Wasser, Zull und überzeugt auf ganzer Linie im Auftritt. Angesichts der immer größeren Anzahl an hervorragenden Weingütern muss man auf sich aufmerksam machen. Die dahinter stehende Agentur (www.erwinbauer.com) ist zwar nicht billig, aber trifft mit ihrer Ästhetik zumindest meine Aufmerksamkeit. Als ich dann noch ein wenig beim Bio-Weingut Fidesser verweile (www.fidesserwein.at), bemerke ich daheim, dass auch hier dieselbe Designfirma im Hintergrund arbeitet. Beide Winzer machen sehr gute Weine, dies sei noch hinzugefügt.
Sonntag, 26. Februar 2012
Burgenlandpräsentation in der Hofburg am 23.2.
Immerhin hier und da sind auch noch kleine Gespräche mit den Weinproduzenten möglich. Die Fragen um Drehverschluß und/oder Korken sind alle noch nicht endgültig geklärt. Vieles scheint mir immer noch im Probierstadium. Und eigentlich eine alte Weisheit: wir trinken die Weine (Rotweine) viel zu früh. Viele hätten ungeheures Potential, aber davon erfahren wir kaum, weil der entsprechende Wein in der Regel „ausgetrunken“ ist.
Schwerpunkt bei der Region waren die Ortschaften Horitschon und Neckenmarkt. Das Weingut der Familie Draxler war dort die Entdeckung für mich. (www.weingut-draxler.at) Was alles aus einem Blaufränkisch herauszuholen ist, kann man auch bestens beim Weingut Weninger (www.weninger.com) erschmecken. Einige Winzer und Winzerinnen des Gebietes bleiben inzwischen solchen Veranstaltungen fern, auch das kann man gut verstehen, bei allem Verständnis für ein Massengetränk, der Liebhaber muss sich einfach mehr Zeit nehmen, als einen kleinen Schluck und weiter zum nächsten Tisch.
Aber andererseits wie lernt man neue Weingüter kennen oder wird auf sie aufmerksam? Das Weingut Humer besticht durch exakte Angaben von Restzucker, Alkoholgehalt und mehr Zahlen für jeden der zu kostenden Weine. Das schafft Vertrauen. Die Weine werden im Stahltank vinifiziert, sie sind geradlinig und bestechen durch klare Fruchtigkeit. Der Zweigelt Klassik 2008 etwa hat noch einiges Potential. (www.weinbauhumer.at)
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Friaul – Julisch Venetien – Präsentation in Wien
Am 30.11.2010 präsentierten sich im Palais Coburg 45 Weingüter dieser nördlichen italienischen Region. Das Gebiet gliedert sich in 8 verschiedene DOC-Regionen. Präsentiert wurden sowohl Weiss- als auch Rotweine, persönlich würde ich sagen überwiegten die Weissweine. Bei dieser Verkostung lagen meine Schwerpunkte bei den Sauvignons und den Pinots, im Rotweinbereich beim Refosco und vereinzelt auch Schioppettino. Die autochthone Süßweinsorte Picolit wurde komplett ausgeblendet.
Das Weingut „Cantarutti Alfieri“ überzeugt sowohl mit seinem Sauvignon (2006), seinem Pinot grigio (2009) als auch dem Merlot (2005). Wohingegen der Sauvignon Fiegl (2009) des gleichnamigen Weingutes mich nicht überzeugen konnte, zum Unterschied des Sauvignon (2009) des Weingutes „Lis Neris“, auch deren Pinot grigio (2009) hatte einen hervorragenden Sortencharakter.
Bei den Refoscos wird im Weingut „Pizzulin“ eine sehr interessante Variante Refosco P.R. Riserva (2006) angeboten, die gehaltvoll und schön trocken daherkommt. Auch der Refosco P.R. (2009) des Weingutes Scarbolo konnte überzeugen.
Ein Weingut möchte ich insgesamt hervorheben, weil es sowohl von der Präsentation, als auch der Qualität der angebotenen Weine mich besonders beeindruckt hat: Ermacora Dario e Luciano (www.ermacora.it). Sowohl der Friulano (2009), als auch der Sauvignon (2009) bestachen durch klare Strukturen, gehaltvollen Geschmack und schöner Farbe. Beide in meiner Wertung 3-4. Bei beiden konnte man sich gerne vorstellen, eine ganze Flasche in netter Runde zu genießen. Schließlich wurde noch ein Pignolo (2006) angeboten, dieser Rotwein aus autochthonen Rebstöcken gewonnen hatte die Holznote (trotz 30 Monate Lagerung in kleinen Fässern) ausgezeichnet eingebunden (3-4).
Montag, 26. Oktober 2009
Basler Weinmesse 2009
Angesichts der bevorstehenden Fussballmeisterschaft ist Südafrika Gastland. Diese Rebensäfte habe ich vollkommen beseite gelassen. Erstaunlich, dass Weinmarketing Österreich schweizer Wiederverkäufer aktiv bei deren Vermarktung unterstützt. Das Angebot aus allen Regionen des Nachbarlandes ist stark vertreten, sogar weitaus intensiver als der Nachbar Deutschland. Neue Entdeckungen von noch unbekannten Winzern gab es weder aus A noch D. Ein kleiner aber feiner Importeur von östereichischen Weinen ist Divinum in St. Gallen (www.divinum-beck.de).
Weine aus der Region Basel sind durch Gemeinschaftsstände oder Eigenkojen vertreten wie die wohl bekannteste Domaine Nussbaumer. Akos, ein Weinvertrieb in Basel, hat ungarische Weine vom Neusiedlersee anzubieten, arbeitet mit dem Weingut Weninger in Horitschon zusammen und hat feine Weine im Angebot. Hier überzeugten mich der Syrah (3), aber auch der Cabernet Sauvignon (3). Die Cuvées, angelehnt an den Bankenplatz Schweiz mit den fantasievollen Namen "triple a" und "bonus", sind einerseits auf Lagerfähigkeit ausgelegt und andererseits noch ausbaufähig. Vor allem das gesamte Erscheinungsbild ist schön und klar und lassen den Marketingexperten erkennen (www.akos-weine.ch).
Die Entdeckung der Messe waren zweifellos die Weissweine der Cave de Genève. Eine Art Winzergenossenschaft der Region am Genfersee. Vom Chasselas, über den Pinot Blanc bis zum Chardonnay fehlerlose Qualität zu faieren Preisen. Der Savant Sauvignon Gris 2008 war sensationell (3-4), aber auch der Vielles Vignes Chasselas 2008 (3) und Le clef du Temps Viognier (2-3). Ein genaueres unter die Lupe nehmen dieses Betriebes mit den Rot- und Schaumweinen dürfte anstehen.
Die angebotenen Weine des Messe wurde auch vorab von einer 30-köpfigen Jury verkostet. Gemessen an der Fülle von italienischen oder spanischen Weinen, schnitten die österreichischen Konkurrenten sehr gut ab. Und Wein des Jahres wurde sogar der Grüne Veltliner Smaragd Terrassen 2008 von der Domäne Wachau. Das Marketing mit dem Grünen Veltliner der letzten Jahre macht sich immer mehr bezahlt.
